Was ist DXen?
(Übersetzung aus dem Flämischen von Michael Wlochinski)



DXen ist ein äußerst interessantes Radiohobby. Es ist allerdings sehr schwierig zu erklären,
was dieses Hobby nun genau ist. Radiohören klingt nicht wirklich nach einem Hobby und wenn man die technische Seite des Hobbys betrachtet, denken die Leute oft, dass man ein Amateurfunker ist oder sich mit CB-Funk beschäftigt.

Es werden bei diesem Radiohobby sehr viele technische Ausdrücke verwendet. Die meisten dieser Abkürzungen kommen noch aus der Zeit der Telegrafie. Der Telegraf musste jeden Buchstaben eines Wortes genau wiedergeben und darum wurden viele Worte abgekürzt.
Dies sparte viel Zeit. Um das Wort Entfernung (Engl. distance) abzukürzen, wählte man die Buchstaben DX. Und das ist genau, wofür DX steht – für Entfernung. Einige denken, dass das „X“ für „das Unbekannte“ steht, aber das ist nicht richtig.

Wenn wir DX auf ´s Radio anwenden, bedeutet es weit entfernte Radiostationen zu hören.

Jemand, der diese Radiostation hört (oder es versucht), ist ein DXer.

Kurzwelle

Obwohl man auf jedem Band DXen kann (UKW, Langewelle…), wird dieses Hobby vor allem auf der Mittelwelle und auf der Kurzwelle ausgeübt. Aber nicht jeder, der Mittel- oder Kurzwelle hört, DXt gerade. Viele Menschen hören auch ihre Lieblingsprogramme und ziehen dies dem Jagen nach Stationen vor.

Aber warum hört man dann Mittel- oder Kurzwelle ?

Die Kurzwelle ist per Definition ein Teil des Funkspektrums zwischen 3 und 30 Megahertz (MHz). Der Bereich darüber wird VHF (Very High Frequency), UHV (Ultra High Frequency = UKW) usw. genannt. Der Bereich darunter ist die Mittel- und Langwelle.

Die Atmosphäre der Erde besteht aus mehreren Schichten, darunter auch die Ionosphäre. Diese wird durch die Sonne aufgeladen und besitzt dadurch die Eigenschaft, ein Teil der Radiosignale zu reflektieren, etwa wie ein riesiger Spiegel in der Luft. Es werden nicht alle Radiosignale reflektiert. Die zu niedrigen Signale werden absorbiert, die zu hohen gehen direkt in die Ionosphäre. Im Allgemeinen sind es die Kurzwellensignale, die reflektiert werden. Daher wird die Kurzwelle für Funkkommunikation über weite Entfernungen genutzt.

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb man die Kurzwelle hört. Es ist die Möglichkeit schlechthin, um in der Welt auf dem Laufenden zu bleiben. Man kann auch eine menge über andere Länder erfahren. Die meisten Länder haben einen Auslandsdienst, der über die Kultur, Politik und andere Themen im betreffenden Land informiert. Die Kurzwelle ist auch eine einzigartige Quelle für unbekannte und entspannende Musik. Und schließlich ist das Hören ausländischer Radiostationen auch eine gute Übung für diejenigen, die fremde Sprachen lernen.

Wie fange ich an ?

Sobald Sie ein Gerät haben, welches über Mittel- und / oder Kurzwelle verfügt, können Sie beginnen. Drehen Sie ganz langsam über die Skala und dann werden Sie tatsächlich schon einige Stationen empfangen. Was für einen Empfänger Sie haben ist beileibe nicht so wichtig wie die Erfahrung, die Sie haben. DXen ist einfach eine Frage der Übung. Im Laufe der Zeit lernt man einige Empfänger kennen. Wer es sich einfacher machen will, schafft sich ein digitales Gerät an. So wissen Sie unmittelbar, auf welche Frequenz Sie abgestimmt haben.


Das nächste wichtige Zubehör ist die Antenne. Glücklicherweise sind die meisten Geräte heute empfindlich genug, so dass sie mit der eingebauten Antenne funktionieren. Aber wenn Sie in einem Gebäude voller Stahl und Beton sind, und auch in anderen Fällen, ist eine Außenantenne die Lösung. Eine einfache Antenne ist ein so lang und so hoch wie möglich gespannter Draht. Halten Sie Ihre Antenne fern von Telefon- und Elektrizitätsleitungen.

Das einfachste ist, einige Meter Draht aus dem Fenster zu werfen. Für die Mittelwelle ist eine Rahmenantenne zu empfehlen.

Den Stationen schreiben

Obwohl Radiokommunikation von zwei Seiten kommt, ist DXen eine einseitige Kommunikation: die Sender machen Programme und wir hören zu. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, mit dem Sender in Kontakt zu kommen: per Post, Fax oder gegenwärtig oft per E-Mail. Wenn Sie eine Station hören und deren Sendeplan wünschen, können Sie an die Station schreiben und diesen Wunsch äußern. Internationale Stationen kommen diesem Wunsch oft sehr gerne nach und setzen Sie vielleicht auch auf die Hörerliste und Sie bekommen daraufhin den aktuellen Sendeplan regelmäßig zugeschickt. Diese Stationen nennen ihre Adresse in den Programmen. Sie können aber auch internationale Radio-Bücher konsultieren, in denen die Informationen jeder Station zu finden sind.

QSL-Karten

Als die Aussendungen über die Kurzwelle anfingen, war es für die Stationen schwierig einzuschätzen, ob sie auch wirklich gehört werden konnten. Sie baten die Hörer, ihnen Empfangsberichte zu senden und belohnten dies mit Briefen oder Karten, die seitdem als QSL-Karten bekannt sind. QSL ist eine alte Telegrafie-Abkürzung für „ich bestätige den Empfang“ und QSL-Karten bestätigten dann auch in der Tat, dass der Hörer diese bestimmte Station gehört hat. Wegen der neuen Technologien, über welche die Stationen heute verfügen, ist der Bedarf an Empfangsberichten nicht mehr so groß. Einige Stationen bestätigen auch nicht mehr, aber die meisten fahren als Dienst an den Hörern mit dieser Praxis fort.
Es gibt aber noch kleinere, unabhängige Stationen, die noch vollständig auf diese Empfangsberichte angewiesen sind.

Was gibt es auf der Kurzwelle sonst noch zu hören?

Wenn Sie sich eine längere Zeit mit der Mittel- und Kurzwelle beschäftigt haben, fällt Ihnen ohne Zweifel sicherlich auf, dass es dort mehr zu hören gibt als Auslandsdienste wie Radio Vlaanderen Internationaal und die BBC. Die Kurzwelle steckt voller faszinierender Signale.

So gibt es zum Beispiel inoffizielle Stationen wie Piratensender oder Clandestine-Stationen.
Es gibt Lokalstationen, Utility-Stationen wie Flugfunk, Seefunk oder Botschaftsfunk und sogar Telefongespräche zu hören. Darunter befinden sich auch seltsame Pfeif-Geräusche, die so genannten RTTY-Aussendungen von Botschaften, Militär und Nachrichtensendungen von diversen internationalen und nationalen Pressediensten. Um diese Signale zu entschlüsseln, benötigen Sie allerdings eine spezielle Decodier-Software.

Und da gibt es noch so viel mehr! Aber das müssen Sie selbst herausfinden.
Sie können sich mit Fragen rund um das DXen an die überall in der Welt verbreiteten DX-Clubs wenden.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Hören!

-Herman-

(Dieser Text ist eine Überarbeitung von „Beginners guide to DXing“ von Radio Schweden)